Sonntag, 24. Februar 2013

Quellen des Lebens (Film)

Was will uns dieser Film sagen? Zwei Tage habe ich nun darüber gegrübelt und bin zu keinem Schluss gekommen. Mein best guess ist, dass der Film (bzw. vermutlich die "Macher") weit mehr wollte, als er zu liefern im Stande war. Und das obwohl er sich drei Stunden Zeit genommen hat.

Schade eigentlich. Denn ich meine, er hatte durchaus Potenzial. Man hätte ein paar gute Filme daraus machen können. Insbesondere auch mit den Schauspielern, die eine teilweise sogar sehr gute Leistung abgeliefert haben. Für einen Film alleine war der abgedeckte Zeitraum dann aber wohl doch zu lang. Ich habe es nicht geschafft, mich mit auch nur irgendeiner der Figuren zu identifizieren. Am deutlichsten gemerkt habe ich es selber, als der Ich-Erzähler, den es in dem Film gibt, als kleiner Junge durch Berlin läuft. An sich erleidet er ein sehr trauriges Schicksal. Das ist aber so schlecht gemacht, dass es mir nicht einmal etwas ausgemacht hätte, wenn er während seinem Spaziergang von einem Auto überfahren worden wäre. Und normalerweise bin ich durchaus empathiefähig.

Viele Themen wurden angeschnitten, aber nicht konsequent zu Ende geführt. Bzw. gar nicht zu Ende oder auch noch nicht einmal weiter. Zum Beispiel die Szene, die auch im Trailer zu sehen ist und mich mit neugierig gemacht hatte. Wiederum  der Ich-Erzähler, inzwischen ein paar Jahre älter, sitzt mit seiner Oma zusammen, die das KaDeWe anspricht. Sein lakonischer Satz: "KaDeWe? Das will eine Freundin von meinem Papa in die Luft sprengen." In dem Satz (sorry für den Kalauer) steckt Dynamit. Was hätte man daraus machen können!? Und was passiert im Film? Nichts! Oma ist kurz entsetzt, macht dann einen kleinen Scherz und es geht weiter, als wäre nichts geschehen.

Dazu kommt ein bisschen Kapitalismus-Kritik (wenn ich das richtig verstanden habe). Oma und Opa mütterlicherseits des Ich-Erzählers sind stinkereich. Eine Kritik kommt von der Tochter, die sich jedoch dergestalt dagegen auflehnt, dass mir nicht klar war, ob das eine fundierte Kritik sein soll oder einfach nur die (zugegebenermaßen etwas in die Länge gezogene) Rebellion einer Tochter gegen ihre Eltern. Dazu wird der reiche Opi als unsympathischer Mensch gezeichnet. Zusätzlich noch von seiner Frau abhängig, da ohne sie einfach nicht überlebensfähig. Und? Auch da wieder nichts zu Ende geführt. Stattdessen bekommt er eine Frau an die Seite gestellt, die über ihre Slapstick-Einlagen die ganze potenzielle Kritik gleich wieder abfedert. Fast so, als sollte der Film niemandem weh tun.

Und genau da liegt aus meiner Sicht dann auch der Grund dafür, dass der Film so schlecht wurde, wie er meiner Meinung nach wurde. Es soll niemandem weh getan werden, er will durchgängig gefallen. Und das, obwohl die angerissenen Themen förmlich danach rufen, Position zu beziehen und zu streiten.

Die Liste mit angerissenen, nicht aufgegriffenen Themen ließe sich übrigens noch fortsetzen. Lohnt sich aber nicht.

Zum Schluss noch der Hinweis, dass ich von der Gruppe, mit der ich den Film gesehen hatte, der mit der negativsten Meinung war. Die anderen gingen eher in Richtung "Zwischendurch ein wenig zäh" und "Zu lang".

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