Donnerstag, 10. Januar 2013

Gedanken zum BGE

Ein wesentliches Ziel dieses Blogs ist die Steigerung der verbalen Redundanz. Insofern werde auch ich mich nun zu einem Thema äußern, zu dem bereits alles gesagt ist, nur noch nicht von mir. Dem Bedingungslosen GrundEinkommen.

Aufhänger für mich ist der Hinweis im Parteiprogramm der Piraten, in dem es da folgendermaßen heißt:

"Die Würde des Menschen zu achten und zu schützen ist das wichtigste Gebot des Grundgesetzes. Ein Mensch kann nur in Würde leben, wenn für seine Grundbedürfnisse gesorgt und ihm gesellschaftliche Teilhabe möglich ist. In unserer Geldwirtschaft ist dazu ein Einkommen notwendig."
Was mir dabei auffällt, ist der Hinweis auf die Geldwirtschaft. In einer rein auf direktem Gütertausch basierenden Wirtschaft bedürfte man zwar keines Geldes (haha), um Existenz sichernd zu bestehen, dafür aber entweder einer eigenen kleinen Landwirtschaft oder eines anderen Objektes, das der Essenslieferant meiner Wahl begehrt. Das Prinzip, das dahinter steckt, ist das gleiche, da in einer Geldwirtschaft das Geld eben als (recht fungibles und flexibles) Tauschobjekt dient.

Bauen wir uns eine kleine Volkswirtschaft, die recht einfach ist, in der man nämlich nur folgende Möglichkeiten hat: Essen produzieren (lassen wir es der Einfachheit halber wirklich mal so global), Wohnraum erstellen oder nichts tun.

Produziere ich Essen, kann ich nicht gleichzeitig Wohnraum erstellen und anders rum. Insofern sind Essensproduzenten und Wohnraumersteller darauf angewiesen, dass der eine für den jeweils anderen einen Teil mit produziert und es zu einem Tausch kommt, so dass nachher beide satt in ihrer Wohnung abhängen können.

So, nun zu der dritten Kategorie. Wenn ich nichts tue, dann kann das sehr unterschiedliche Ursachen haben, die insbesondere in die Kategorien selbst verschuldet und nicht selbst verschuldet fallen, wobei die Abgrenzung in einigen (vielen?) Einzelfällen immer schwierig sein wird. Jetzt frage ich mich, ob einer derjenigen, der Essen produziert, gerne dauerhaft auch für diejenigen mit produzieren will (bzw. ob man es von ihm verlangen kann), die sich aus eigenem Antrieb dazu entschließen nichts zu tun. Ebenso der Wohnraumersteller. Welche Antwort mir dazu in den Sinn kommt, dürfte klar sein.

Anders selbstverständlich im Fall des nicht selbst verschuldeten Nichtstuns. Hier kann man, aus der Menschlichkeit heraus aus meiner Sicht erwarten, dass die anderen, die dazu in der Lage sind, auch helfen. Folglich kann man es auch verlangen.

Alle diejenigen, die in diesem kleinen Beispiel der Meinung sind, dass erwartet werden kann, dass die Produzenten auch für die freiwillig nichts tuenden mit produzieren, werden (wenn sie denn nicht schon vorher entnervt aufgehört haben zu lesen), sicher nicht weiter lesen wollen. Aber an euch die Frage von mir: aus welcher Begründung heraus sollte dies so sein?

Jetzt wieder zurück zu unserer Geldwirtschaft. Da Geld zunächst auch nur ein Tauschmittel ist, ändert sich an der grundlegenden Struktur und Fragestellung aus meiner Sicht nichts. Es wird lediglich noch ein Medium dazwischen geschaltet. Was sich natürlich ändert ist, dass das Geld neben der Tauschfunktion noch eine Wertaufbewahrungsfunktion hat. Die Möglichkeit des Aufbewahrens wiederum führt dazu, dass zumindest potenziell (und die Realität widerlegt dies offensichtlich nicht) einzelne Geldhaufen entstehen können, über die entsprechend verfügt werden kann und die der Vererbung offen stehen.

Da aber auch das aufbewahrte und dergestalt akkumulierte Geld nach wie vor in irgendeiner Form verdient worden sein muss (die Frage, welche Einkommensarten bzw. Geldherkunftsquellen als legitim angesehen werden, soll an dieser Stelle nicht das Thema sein, da es dann deutlich zu weit führen würde), kann ich auch hier keine Forderung für ein bedingungsloses Grundeinkommen ableiten, da damit diejenigen, die sich Tauschmittel erworben haben, gezwungen wären, auch denjenigen etwas davon abzugeben, die sich freiwillig entscheiden, nichts zu tun.

Würde dieser Zwang dennoch ausgeübt werden, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Geld erworben habenden dies dauerhaft mit tragen. Daher greift meines Erachtens auch nicht das Argument, dass die Überprüfung, ob jemand selbst oder fremd verschuldet kein eigenes Einkommen generiert, deutlich teurer sei, als würde man diese Prüfung aufgeben und dafür einen größeren Teil der Bevölkerung eben bedingungslos unterstützen. Hätten wir eine statische Volkswirtschaft, sähe das natürlich anders aus. Aber die gibt es eben nicht. Kann es nicht geben.

So, ich hoffe, meine Argumentation ist deutlich geworden, wenn auch vielleicht noch nicht in allen Punkten vollständig durchdacht (work in progress eben). Happy to discuss!

P.S.: War das jetzt wirklich mein erster halbwegs politischer Blogeintrag? Und das nach der langen Zeit....

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