Sonntag, 7. Oktober 2012

On the Road - der Film

Fazit: ganz ok'er Film, den man sich gut ansehen kann, aber nicht muss.

Etwas weiter ausgeholt.

Basiert auf dem gleichnamigen Buch von Jack Kerouac, in dem er über einen Teil seines Lebens geschrieben hat. Das Buch trägt große autobiographische Züge, auch wenn ich zwischenzeitlich mal gelesen hatte, dass es Uneinigkeit zwischen Kerouac und seinen zeitgenössischen Kritikern gab, welche der Figuren ihn selber repräsentieren. Gut, ich denke, er sollte es besser wissen...

Der Film reduziert die Personen ein wenig (was aus meiner Sicht ok ist), um sich auf die (merkwürdige) "Freundschaft" zwischen Sal Paradise und Dean Moriarty zu konzentrieren. Die Anführungszeichen habe ich gesetzt, da es eher einer Vergötterung von Dean durch Sal gleich kommt, als einer gleichberechtigten Freundschaft. Das wiederum liegt eher an Deans Art, die Menschen seiner Umgebung lediglich als Referenzraum für sich zu nutzen.

Der Film heißt On the Road, weil er da zu einem nicht unerheblichen Teil spielt. In Buch wie im Film geht es um die USA-Durchquerungen (inkl. Abstecher nach Mexiko) von Sal und Dean - jeweils allein, gemeinsam und auch mit anderen Reisegenossen. Hieran entzündet sich auch ein Teil der Kritik des Films, die ich gelesen hatte. Von Postkarten-Motiven war die Schreibe und dass das einen Film nicht vollständig tragen könne.

Das hat mich jedoch weniger gestört. Allerdings hätte es dem Film aus meiner Sicht gut getan, auf die eine oder andere Tour zu verzichten, da hier durchaus Längen entstehen, die dem Grundkonzept des Buches widersprechen.

Der Legende nach hat Kerouac das Buch in einem Rutsch auf einer ich weiß nicht mehr wie langen Papierrolle quasi im Rausch geschrieben. Und genau das ist das Buch auch: ein Rausch. Ein Geschwindigkeits-, Alkohol-, Musik- und Drogenrausch. Und dieses rauschhaft Unstetige, das im Buch gut rauskommt, fehlt mir durch die entstehenden Längen im Film ein wenig. Auch wenn ersichtlich ist, dass sich die beiden, zumindest so lange sie die Geschwindigkeit beeinflussen können, rasend durch das Land bewegen.

Übrigens würde ich den Film durch das Straffen nicht unbedingt kürzen wollen, sondern Raum für einen weiteren Aspekt, den ich im Buch gesehen habe aber im Film nicht, schaffen. Das Auf der Straße sein im Buch bezieht sich m.E. nämlich nicht nur auf die Reisen durch die USA sondern auch auf die Parties, die sie in den Städten feiern, in denen sie sich aufhalten. Ja, auch im Film gibt es Parties und der Jazz spielt eine große Rolle. Aber: gerade in diesen Episoden kommt das nicht still halten können nicht ausreichend zur Geltung. Im Buch rennen sie von einer Party zur nächsten und halten sich nicht - wie es der Film suggeriert - länger bei einer einzigen auf. Auch wenn dann wild getanzt wird, wirkt es doch schon ein wenig, als hätten die beiden einen Ruhepunkt gefunden. Und das trifft auf Dean mit Sicherheit nicht zu!

Alles in allem aus meiner Sicht daher eine ok'e Adaption des Buches, aus der man aber durchaus mehr hätte machen können.

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