Montag, 22. Oktober 2012

Creeky: Dichter

Die folgenden Zeilen sind für Menschen mit lyrischem Geschmack NICHT geeignet!

Beim letzten Mal in uns'rem Kreise
- ich fand das gut und gar nicht scheiße -
da gabs bei uns ein seltsam Ding:
zwei Damen aus dem Dichtungsring.

Der Dichtungsring, von dem ich spreche,
zahlt nicht dem Heimwerker die Zeche.
Es ist ein Haufen von Poeten,
die gerne Lyrik dichten täten.

Die Wangen färbten sich uns rosa.
Sind wir geübt doch nur in Prosa.
Doch mich verfolgt seit ehedem,
der Wunsch zu dichten ein Poem.

Doch will der Reim mir nicht gelingen.
Es klingt nach krächzen mehr denn singen.
Und eh' ich kirr' werd' an Gedichten,
da schreib ich lieber Kurzgeschichten.

Die Prosa liegt mir. Ach! wie fein,
schon stellen sich Ideen ein.
Und werd' ich mal der Prosa müde,
DANN dichte ich. - Ach, was! Ich lyre!

Sonntag, 14. Oktober 2012

Die Ausweitung der Pussy

Neben der politischen Bewertung des Prozesses gegen die Band Pussy Riot geht es mir um eine weitere Dimension, die aus meiner Sicht noch nicht ausreichend gewürdigt wurde. Und das ist die ästhetische.

Auf Grund mangelnder Recherche-Möglichkeiten kann ich meine These nicht mit Zahlen und Fakten untermauern. Aber ich bin mir sicher, dass der Prozess dafür gesorgt hat, dass das Wort Pussy in einem bisher nicht bekannten Ausmaß in den Medien - insbesondere auch den als seriös einzustufenden - auftaucht.

Der Siegeszug der Pussy durch die deutsche Medienlandschaft! Eine schöne Ergänzung nach Stoibers Muschi.

Sonntag, 7. Oktober 2012

On the Road - der Film

Fazit: ganz ok'er Film, den man sich gut ansehen kann, aber nicht muss.

Etwas weiter ausgeholt.

Basiert auf dem gleichnamigen Buch von Jack Kerouac, in dem er über einen Teil seines Lebens geschrieben hat. Das Buch trägt große autobiographische Züge, auch wenn ich zwischenzeitlich mal gelesen hatte, dass es Uneinigkeit zwischen Kerouac und seinen zeitgenössischen Kritikern gab, welche der Figuren ihn selber repräsentieren. Gut, ich denke, er sollte es besser wissen...

Der Film reduziert die Personen ein wenig (was aus meiner Sicht ok ist), um sich auf die (merkwürdige) "Freundschaft" zwischen Sal Paradise und Dean Moriarty zu konzentrieren. Die Anführungszeichen habe ich gesetzt, da es eher einer Vergötterung von Dean durch Sal gleich kommt, als einer gleichberechtigten Freundschaft. Das wiederum liegt eher an Deans Art, die Menschen seiner Umgebung lediglich als Referenzraum für sich zu nutzen.

Der Film heißt On the Road, weil er da zu einem nicht unerheblichen Teil spielt. In Buch wie im Film geht es um die USA-Durchquerungen (inkl. Abstecher nach Mexiko) von Sal und Dean - jeweils allein, gemeinsam und auch mit anderen Reisegenossen. Hieran entzündet sich auch ein Teil der Kritik des Films, die ich gelesen hatte. Von Postkarten-Motiven war die Schreibe und dass das einen Film nicht vollständig tragen könne.

Das hat mich jedoch weniger gestört. Allerdings hätte es dem Film aus meiner Sicht gut getan, auf die eine oder andere Tour zu verzichten, da hier durchaus Längen entstehen, die dem Grundkonzept des Buches widersprechen.

Der Legende nach hat Kerouac das Buch in einem Rutsch auf einer ich weiß nicht mehr wie langen Papierrolle quasi im Rausch geschrieben. Und genau das ist das Buch auch: ein Rausch. Ein Geschwindigkeits-, Alkohol-, Musik- und Drogenrausch. Und dieses rauschhaft Unstetige, das im Buch gut rauskommt, fehlt mir durch die entstehenden Längen im Film ein wenig. Auch wenn ersichtlich ist, dass sich die beiden, zumindest so lange sie die Geschwindigkeit beeinflussen können, rasend durch das Land bewegen.

Übrigens würde ich den Film durch das Straffen nicht unbedingt kürzen wollen, sondern Raum für einen weiteren Aspekt, den ich im Buch gesehen habe aber im Film nicht, schaffen. Das Auf der Straße sein im Buch bezieht sich m.E. nämlich nicht nur auf die Reisen durch die USA sondern auch auf die Parties, die sie in den Städten feiern, in denen sie sich aufhalten. Ja, auch im Film gibt es Parties und der Jazz spielt eine große Rolle. Aber: gerade in diesen Episoden kommt das nicht still halten können nicht ausreichend zur Geltung. Im Buch rennen sie von einer Party zur nächsten und halten sich nicht - wie es der Film suggeriert - länger bei einer einzigen auf. Auch wenn dann wild getanzt wird, wirkt es doch schon ein wenig, als hätten die beiden einen Ruhepunkt gefunden. Und das trifft auf Dean mit Sicherheit nicht zu!

Alles in allem aus meiner Sicht daher eine ok'e Adaption des Buches, aus der man aber durchaus mehr hätte machen können.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

InstinktFormel


Ein empfehlenswertes Buch für viele.

Der Untertitel hat mir den Anfang ein wenig schwer gemacht -"Das Erfolgsprogramm, das Sie wirklich glücklich macht" Das klingt für mich gefährlich. Der Ton des Buches an sich ist dann aber glücklicherweise ein anderer. Es geht nicht um das Allheilmittel, das man zu sich nimmt und alles wird gut.

Aber von vorne:

Worum geht es? Instinkte. Der Autor unterscheidet zwischen lauten und leisen Instinkten. Zu den lauten gehören der Fress-Instinkt, der Faulheits-Instinkt, Nummer-eins-Instinkt und weitere. Zu den leisen der Team-Instinkt, Regenerations-Instinkt, Wohlfühl-Instinkt und ebenfalls weitere. Die Erklärung liegt, wie nicht anders zu erwarten, in unserer lange zurück liegenden Vergangenheit. Die lauten Instinkte waren die primär überlebensnotwendigen.

Beispiel: da Nahrung knapp war, war es sinnvoll, bei jeder sich bietenden Gelegenheit Nahrung aufzunehmen. Genauso sinnvoll war es, sich bietende Ruhephasen zu nutzen, um so Energie zu sparen. Früher sinnvoll, heute nicht mehr so wirklich. Wo Nahrung im Überfluss vorhanden ist, muss man nicht mehr zwingend jede sich bietende Gelegenheit nutzen. Ebenso ist es mit dem Energie sparen, dass auch nicht mehr so zielführend ist. Insbesondere, da zumindest für große Teile der Bevölkerung der Anteil körperlicher Arbeit recht gering ist.

Ziel des Buches ist es nun, Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen, die lauten Instinkte etwas zu dämpfen und dafür die leisen ein wenig aufzudrehen. Beispiele werden an Hand von 5 Lebensbereichen vorgeführt - "Leistung und Beruf", "Gesundheit und Ernährung", "Bewegung und Entspannung", "Leben und Kontakte" und "Ich".

Als Ergebnis wird man wohl nicht zu einem Übermenschen, aber es werden durchaus Möglichkeiten aufgezeigt, die eigene Zufriedenheit zu erhöhen. Und das nicht mittels Standard-Sprüchen und Tschacka-Gehabe. Sondern durch eine Anleitung zur Arbeit an sich selbst (und jetzt kein gnihihi bitte).

Der Autor, Dr. Matthias Marquardt, ist Arzt und Triathlet. Bereits zu Studienzeiten hatte er ein Burn-Out. Insofern kommt das Buch natürlich aus der Ecke, wie man durch eine andere Einstellung, Downsizing, Entspannung, ein wenig Sport und gesunde Ernährung die Gefahr eines Burn-Out zu verringern bzw. komplett zu vermeiden.

Auch der Autor weist an einigen Stellen im Buch darauf hin, dass man natürlich nie selber ein Problem hat. Aber vielleicht hat ja jemand einen Bekannten oder Nachbarn, auf den die eine oder andere Beschreibung passt. Empfehlen kann ich das Buch daher allen, die ihren Nachbarn was gutes tun wollen ;o)

P.S.: Die InstinktFormel geht übrigens so: Leise Instinkte * 6 Glücksprinzipien = Glück in 5 Lebensbereichen