Samstag, 7. April 2012

The Final Testament v. James Frey

Was passiert in diesem Buch? Es geht um die Lebens- und Leidensgeschichte eines Mannes, Ben. Erzählt wird von 13 Leuten, die in insgesamt 16 Kapiteln berichten, wie sie ihn erlebt haben und wie sich ihr Leben durch seinen Einfluss verändert hat. So bekommen wir, ähnlich wie in der Bibel einen Einblick in das Leben und Wirken dieser Person.

Im wesentlichen geht es darum, dass Ben in der heutigen Welt, überwiegend New York, als wieder geborener Jesus wirkt. Dabei hat seine Botschaft nicht wirklich viel mit dem Christentum, wie wir es kennen und einige von uns vermutlich auch leben, zu tun. Die Botschaft ist an sich simpel: Liebe. Allerdings handelt es sich um eine unbedingte Liebe, die in dieser reinen und radikalen Form in unserer Welt wohl eher selten ist.

Auch kümmert sich Ben nicht um Religion. Um keine. Ohne irgend eine Form von Aggression geht er mit Religion, der Kirche aber auch gesellschaftlichen Systemen an sich sehr hart ins Gericht und schafft sich damit naturgemäß keine Freunde. So eckt er bei Autoritäten regelmäßig an, da er sie allesamt nicht anerkennt. Den Menschen aber, denen er begegnet, tritt er vollkommen unbefangen und liebend entgegen. Dabei ist ihm völlig gleichgültig, um wen es sich dabei handelt. So bewegt er sich überwiegend im Kreise derer, die aus unserer Gesellschaft mehr oder weniger deutlich ausgegrenzt werden. Aber eben nicht nur, sondern zu seinen Weggefährten gehören auch Polizisten, Ärzte, ehemalige Pfarrer,... Jeder, der sich seiner Liebes-Ethik anschließt, ist bei ihm willkommen.

Was halte ich von dem Buch? Sehr viel und ich kann die Lektüre nur empfehlen! Natürlich ist alles ein wenig extrem und es mag auch nicht jedermanns Sache sein, dass zwischendurch tatsächlich (oder auch doch nicht?) Wasser in Wein verwandelt wird etc. Auch wer einer Religion angehört und sich mit dieser identifiziert, wird sicher nicht amüsiert sein. Aber: ich denke, dass es sich für jeden lohnt, einmal in sich hineinzuhorchen, ob da nicht doch irgendwo mehr oder weniger versteckte Vorurteile schlummern und ob man wirklich so offen gegenüber anderen Menschen ist, wie man es von sich selber gerne wünscht. Und zu diesem Nachdenken, kann das Buch m.E. sehr gut anregen.

Das soll natürlich nicht heißen, dass wir auch gleich Sex-Orgien mit allen, denen wir begegnen, gleich welchen Geschlechts, feiern sollen. Wobei,... Nein, das kommt mir in dem Buch auch ein klein wenig zu oft vor, da die angesprochene Liebe sehr häufig körperlich ausgelebt wird. Aber obacht: es ist kein Porno-Buch! Zwischendurch wird es mal etwas expliziter, aber nicht über das in vielen Büchern übliche Maß hinaus.

Fazit: wie schon geschrieben, lesens- und insbesondere bedenkenswert!!

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