Samstag, 21. Januar 2012

Bürgerbüro

Ist schon ein Weile her, da musste ich ins Bürgerbüro der kleinen Gemeinde, in der ich damals noch das zweifelhafte Glück hatte zu leben, um einen neuen Ausweis zu beantragen. Vor mir nur eine Person, so dass ich hoffte, nicht allzu lange warten zu müssen.

Der Mann vor mir braucht wohl auch einen neuen Pass, was die Beamtin (wenn es denn eine war...) zu ein paar routinierten Eingaben im Computer veranlasste. Dann hielt sie auf einmal inne und schaute den Mann irritiert an. Kurzer Blick wieder auf den Bildschirm, dann wieder zu ihm. Nachfrage, ob sie den Namen richtig verstanden hätte. Überprüfte die Eingabe, schaute ihn wieder an. Noch ein paar mal zwischen Bildschirm und ihm hin und her. Dann ein kurzes "Moment, bitte" und sie verschwand im Nebenraum.

Zurück kam sie mit einer Kollegin, zeigte auf den Bildschirm. Die Kollegin blickte auf den Bildschirm und dann zu dem Mann. Auch sie ein wenig bis sehr irritiert. Blicke der beiden Damen immer wieder zwischen Bildschirm und Mann hin und her.

Dann fasst sich die eine der beiden ein Herz und erklärt dem Mann kurz, "da steht, dass Sie tot sind."

Im folgenden Dialog hat sich dann herausgestellt, dass nicht er tot sei - ok, soweit war das recht offensichtlich - sondern, dass seine Frau wenige Monate vorher gestorben war und auf dem Amt versehentlich er als der Gestorbene vermerkt wurde und seine Frau amtlich am Leben gelassen wurde.

Frage: wie kann man in einer solchen Situation beweisen, dass man noch lebt? Da bringt ja nicht mal mehr die Geburtsurkunde etwas, da ja nicht bezweifelt wird, dass man geboren ist. Leider weiß ich auch nicht, wie es ausgegangen ist, weil meine Ausweisbestellaufnahme vorgezogen wurde, da ich als sowohl real-life als auch amtlich noch am Leben war.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen