Sonntag, 25. Dezember 2011

Unterwegs im Namen des Herrn v. Thomas #Glavinic

Was will mir dieses Buch sagen? Wollte der Ich-Erzähler wirklich wissen, wie sich Pilger verhalten und was für Menschen das sind? Dann hätte er sich vielleicht auch mal ein bisschen mit ihnen unterhalten sollen und nicht immer weiter in seinen Vorurteilen schwelgen. Das Kennenlernen hat er seinem mitreisenden Freund Ingo (die Namenswahl ist aus meiner Sicht das Beste am gesamten Buch) überlassen. Der hat ihm dann natürlich regelmäßig seine Vorurteile bestätigt.

Vermutlich ging es Glavinic genau darum. Zu zeigen, was für Vorurteile es gibt. Wollte er sich dem Glauben nähern? An dem Punkt bin ich mir unsicher. An sich eher nicht. Aber warum liest er dann ständig die Botschaften von Gospa? Und warum hat er sie sich überhaupt eingesteckt? Was er von den Dingern hält, ist mir nicht ganz klar geworden. Ich hatte den Eindruck, eher nicht so viel. Aber ein ums andere Mal zieht er doch wieder eine der Botschaften raus und liest sie. Damit unterscheidet er sich auch von mir. Mir gingen die Dinger so sehr auf den Geist, dass ich sie gegen Ende nicht mehr gelesen habe. Ok, vielleicht hätte sich sonst mehr erklärt...

Soll die Hilfe, die er dem Schweizer auf dem Rückflug angedeihen lässt, einen Hinweis darauf geben, dass er von dieser Pilgerreise dann doch ein wenig geläuterter zurück kommt?

Etwas unterhaltsamer als die Pilgerreise an sich fand ich dann doch noch den Ausflug zu dem Freund seines Vaters. Auch wenn mir hier ebenfalls nicht wirklich klar geworden ist, was das ganze soll. Mussten noch ein paar Seiten gefüllt werden und die Pilgerreise wurde auch Glavinic zu langweilig? Oder wollte er nur einfach noch eine Ziege erschießen?

Achja, was ich auch noch ein wenig nervig fand war die ganze Tablettenschluckerei und Trinkerei. Im Prinzip haben sich Icherzähler und Ingo ja nur von Getränk zu Getränk bzw.von Tablette zu Tablette gehangelt. Naja, vielleicht sollte ich die Tabletten auch mal alle ausprobieren und werde dann feststellen, dass ich dann auch an nichts anderes mehr denken kann.

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